Sonntag, 5. Juni 2011


zum Inhalt:
Uxbal (Javier Bardem) ist ein hingebungsvoller Vater, ein verzweifelter Liebhaber und ein Kleinganove im Untergrund. Ein Mann, den die Last seines Lebens und immer neuer Herausforderungen erdrücken würde, hätte er nicht die Liebe zu seinen Kindern Ana (Hanaa Bouchaib) und Mateo (Eduard Fernández). Sie hält ihn aufrecht, wenn es nicht weiterzugehen scheint, gibt ihm Kraft, wenn er das Licht am anderen Ende des Tunnels aus den Augen verliert. Für ihr Leben gibt Uxbal alles, während er mit nicht immer legalen Mitteln versucht zu überleben. Wie ein Wanderer bewegt sich Uxbal zwischen den Welten am Rande eines modernen, unbekannten Barcelona, auf der Suche nach Versöhnung mit seiner Frau Marambra (Maricel Álvarez), seinen Kindern und doch letztendlich mit sich selbst.
(Quelle: www.uncut.at)


trailer - biutiful

Biutiful...
ist das vierte Werk von Alejandro González Iñárritu, im wahrsten Sinne des Wortes...
Trost oder gar Freude am Leben ist in Biutiful nicht zu finden. Zum Einen ist es der Krebs der gleich zu Beginn bei Uxbal diagnostiziert wird, der einen in eine unangenehme Stimmung versetzt, zum Anderen ist es aber vor allem die trostlose und wirklich „abgefuckte“ Welt in die man mit Uxbal abtaucht. Zwischen illegalen AfrikanerInnen, denen er den ebenso illegalen Verkauf von gefälschten Markenartikeln auf den Straßen ermöglicht, und chinesischen ArbeiterInnen, die nur darauf warten auf den Baustellen Barcelonas ausgebeutet zu werden, bewegt sich der Film auf Höhen und Tiefen durch das ganz normale Alltagsgeschäft derer, die nicht an einem Leben wie wir es gewohnt sind teilnehmen können.
Die Liebe zu seinen Kindern, deren Erziehung und Pflege nicht einfach in das Leben eines Kleinkriminellen passen, und die zerrissene Beziehung zu seiner Frau Maramba und seinem Bruder Tito stürzen Uxbal ein ums andere Mal in schwierige Situationen, die er neben den vielen anderen Härten und Rückschlägen zu meistern versucht.

Meiner Meinung nach öffnet einem der Film die Augen wie viel in unserem ach so wunderbaren Europa doch inzwischen auf illegale Arbeit und Arbeitskräfte gestützt ist. Nicht die AfrikanerInnen welche die gefälschten Markentaschen verkaufen scheinen die „Bösen“ zu sein, vielmehr ihre Kundschaften. Das Gleiche gilt für die ChinesInnen. Tausende ArbeiterInnen werden tagtäglich nach Europa gekarrt, um all die Arbeiten zu verrichten, die man sich anders nicht leisten könnte – es sei denn man würde auf Profitmaximierung und riesigen Dividenden verzichten und Menschen gerecht entlohnen. Schnell verliert das liebreizende Barcelona seinen Glanz, sieht man, was sich hinter den Kulissen abspielt, die dem klassischen Städteurlauber verborgen bleiben.
Trotz aller Widrigkeiten verliert Uxbal nie seinen Fokus, den Menschen in seiner Umgebung, soweit es ihm möglich ist, zu helfen. Somit wird er, trotz aller Schwächen und Fehler, zu dem, mit dem man sympathisieren möchte. Und sollte… Allzu oft wird die menschliche Komponente vergessen, geht es um Kriminalität und das Vegetieren im Schattendasein.

Die Einstellungen und vor allem die Kameraschwenks (vom eigentlichen Objekt weg zu etwas Anderem und wieder zurück) sind originell und neu. Die düstere Stimmung der Drehorte (Badalona, Santa Coloma de Gramenet, Barri del Raval) und die dreckigen, versifften Wohnungen und Arbeitsstätten sowie die Wahl des Drehtermins (November-Dezember), zeigen ein Barcelona wie man es nicht kennt – es entsteht der Eindruck des „wirklichen Lebens“, fernab vom Postkartenklischée.
Im Vergleich zu den bisherigen Filmen, fällt der europäische Touch der Machart auf, keine Special Effects, sondern der Hang zur Realität trotz aller Fiktion und gegenseitige Hilfestellungen erzeugen die Stimmung und lassen einen schnell in diese Welt eintauchen, sie verstehen und ihre Charaktere bewundern und ihr tägliches Zurechtkommen bestaunen. In allen 148 Minuten keine Spur langweilig oder träge.
Die Musik stammt wieder von Gustavo Santaolalla – auch diesmal natürlich sensationell!



„I don't like them. I feel that if you have to explain something it loses strength. It's like a magician trying to explain his magic, in a way. Those kind of things make me feel like I've lost something special about the film. The film should explain itself."

Alejandro González Iñárritu auf die Frage warum er keinen Audiokommentar für 21 Grams aufgenommen hat.


Die drei anderen Werke:
Amores Perros
21 Grammos
Babel

Wer noch keinen Iñárritu Streifen gesehen hat, sollte schleunigst in die Videothek laufen ;-]

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