Dienstag, 31. Januar 2012
al-hamdu li-llah wieder englische untertitel... zum finale quasi ein heimspiel.

dokkan shehata (shehata's shop) 2008
shehata wird 1981 in oberägypten geboren und wächst in cairo mit seinen halbgeschwistern (zwei brüdern und einer schwester) bei seinem vater auf. da er eine andere mutter hat, als seine geschwister wird er von anfang an nicht von ihnen akzeptiert und muss sich von klein auf gegen deren gemeinheiten durchschlagen. zum groll seiner brüder benennt deren vater seinen neuen gemüseladen nach shehata. der jugendliche shehata verliebt sich in beesa, die schwester eines freundes der familie. dieser will beesa aber nur mit shehata verheiraten, wenn dieser ein eigenes vermögen, wie etwa den laden des vaters, besitzt. während er ständig von seinen brüdern geschlagen und gehänselt wird versucht er kamar, beesas bruder, zu überzeugen, dass er für beesa sorgen kann. letztendlich will sein vater ihm alleine den laden vermachen, doch um nicht noch mehr feindseligkeit in der familie zu schüren, lehnt er das angebot ab. als der vater schlussendlich stirbt, machen ihm seine brüder das leben zur hölle und verstoßen ihn, da sie den besitz des vaters verkaufen und unter sich alleine aufteilen möchten. einzig shehatas schwester hält zu ihm, doch ihre überzeugungsversuche bleiben von shehatas brüdern ungehört. mit einem trick lassen sie ihn ins gefängnis werfen und kamar verheiratet beesa mit salem, einem bruder shehatas. als er nach jahren aus dem gefängnis entlassen wird macht er sich auf die suche nach seinen brüdern und beesa. doch nicht um sich an ihnen zu rächen, sondern um sie wiederzusehen und mit ihnen zu sprechen. die brüder allerdings flüchten vor ihm und verstecken sich, da sie angst vor seiner rache haben. eine lange suche mit vielen rückschlägen beginnt und als er seine brüder endlich findet, wird er von salem erschossen und stirbt in beesas armen...


der eindrucksvollste film und ein gelungener abschluss für eine wunderbare filmreihe, die mir einen weiteren und tieferen einblick in die ägyptische seele geben konnte.
shehata verhält sich während des gesamten films ständig moralisch korrekt und loyal, niemals verfällt er dem zorn oder rachegelüsten. sein glaube an die anständigkeit und das gute im menschen wird niemals gebrochen, egal welche schicksalsschläge ihm widerfahren... diese wesenszüge sind das tragende gerüst auf dem die handlung aufbaut und federn für die zuseherInnen, gemeinsam mit dem mittlerweile schon vertrauten ägyptischen humor, die gemeinen attacken und rückschläge ab.
man kann nach dem film trotzallem mit einem guten gefühl nach hause gehen, weil man sich mit shehata, trotz seiner niederlage im kampf gegen das böse, identifizieren kann oder besser gesagt sich gerne mit ihm identifizieren möchte. denn wir wissen wie schwer es auch in unserer gesellschaft ist rückgrat zu beweisen und zu werten, die nicht mehr mehrheitsfähig scheinen, zu stehen oder diese zu verteidigen...
ein abschließendes resümee zur gesamten reihe folgt in kürze. und ich empfehle auch den im titel verlinkten artikel zum film zu lesen, der nahezu so gut geschrieben ist wie dieser ;-]
laila saida!

dokkan shehata (shehata's shop) 2008
shehata wird 1981 in oberägypten geboren und wächst in cairo mit seinen halbgeschwistern (zwei brüdern und einer schwester) bei seinem vater auf. da er eine andere mutter hat, als seine geschwister wird er von anfang an nicht von ihnen akzeptiert und muss sich von klein auf gegen deren gemeinheiten durchschlagen. zum groll seiner brüder benennt deren vater seinen neuen gemüseladen nach shehata. der jugendliche shehata verliebt sich in beesa, die schwester eines freundes der familie. dieser will beesa aber nur mit shehata verheiraten, wenn dieser ein eigenes vermögen, wie etwa den laden des vaters, besitzt. während er ständig von seinen brüdern geschlagen und gehänselt wird versucht er kamar, beesas bruder, zu überzeugen, dass er für beesa sorgen kann. letztendlich will sein vater ihm alleine den laden vermachen, doch um nicht noch mehr feindseligkeit in der familie zu schüren, lehnt er das angebot ab. als der vater schlussendlich stirbt, machen ihm seine brüder das leben zur hölle und verstoßen ihn, da sie den besitz des vaters verkaufen und unter sich alleine aufteilen möchten. einzig shehatas schwester hält zu ihm, doch ihre überzeugungsversuche bleiben von shehatas brüdern ungehört. mit einem trick lassen sie ihn ins gefängnis werfen und kamar verheiratet beesa mit salem, einem bruder shehatas. als er nach jahren aus dem gefängnis entlassen wird macht er sich auf die suche nach seinen brüdern und beesa. doch nicht um sich an ihnen zu rächen, sondern um sie wiederzusehen und mit ihnen zu sprechen. die brüder allerdings flüchten vor ihm und verstecken sich, da sie angst vor seiner rache haben. eine lange suche mit vielen rückschlägen beginnt und als er seine brüder endlich findet, wird er von salem erschossen und stirbt in beesas armen...


der eindrucksvollste film und ein gelungener abschluss für eine wunderbare filmreihe, die mir einen weiteren und tieferen einblick in die ägyptische seele geben konnte.
shehata verhält sich während des gesamten films ständig moralisch korrekt und loyal, niemals verfällt er dem zorn oder rachegelüsten. sein glaube an die anständigkeit und das gute im menschen wird niemals gebrochen, egal welche schicksalsschläge ihm widerfahren... diese wesenszüge sind das tragende gerüst auf dem die handlung aufbaut und federn für die zuseherInnen, gemeinsam mit dem mittlerweile schon vertrauten ägyptischen humor, die gemeinen attacken und rückschläge ab.
man kann nach dem film trotzallem mit einem guten gefühl nach hause gehen, weil man sich mit shehata, trotz seiner niederlage im kampf gegen das böse, identifizieren kann oder besser gesagt sich gerne mit ihm identifizieren möchte. denn wir wissen wie schwer es auch in unserer gesellschaft ist rückgrat zu beweisen und zu werten, die nicht mehr mehrheitsfähig scheinen, zu stehen oder diese zu verteidigen...
ein abschließendes resümee zur gesamten reihe folgt in kürze. und ich empfehle auch den im titel verlinkten artikel zum film zu lesen, der nahezu so gut geschrieben ist wie dieser ;-]
laila saida!
Montag, 30. Januar 2012
der heutige filmbesuch war eine herausforderung der besonderen art... arabisch mit französischen untertiteln hat mich für die 138min spieldauer wirklich ordentlich gefordert... mit einem erfolgserlebnis. meine französischkenntnisse sind zumindest noch gut genug, dass ich mit hilfe der bilder dem handlungsverlauf soweit folgen konnte, um euch auch von diesem film berichten zu können...

heen maysara (till better days) 2007
heen maysara spielt in den slums von cairo und behandelt die geschichte von adel und nahed und ihr zusammenleben mit hunderten anderen, vom leben der aufstrebenden mittelschicht ausgeschlossenen, bewohnern der cairoer armenviertel...
schon zu beginn wird adel von der polizei festgenommen und zu 6 monaten zwangarbeit verurteilt, dabei wollte er nahed nur vor einem vergewaltiger beschützen. als nahed ein kind auf die welt bringt, fühlt sich adel dem allerdings nicht gewachsen und verstößt sie. während nahed das kind aussetzt und nach alexandria flüchtet, versucht sich adel im drogenverkauf, wo er zuerst kläglich scheitert, doch danach mit hilfe seiner freunde und nachbarn den lokalen drogenboss zu fall bringt und das viertel übernimmt. nahed wird von einer alten dame aufgenommen, der sohn der beiden von einem reichen ehepaar adoptiert. als die alte dame stirbt sucht nahed eine frau auf, die ihr auf der reise nach alexandria die zugkarte bezahlt hat. plötzlich findet sie sich in der glamourösen welt einer reichen elite wieder, die exzessive parties feiert, begleitet von einem lasziven lebensstil. dort lernt sie einen mann kennen, der sie bei sich aufnimmt, doch wegen glückspiels inhaftiert wird.
als die adoptivmutter des kindes von adel und nahed selbst schwanger wird, überredet sie ihr mann den jungen zu einer bekannten/verwandten nach cairo abzuschieben. da sich diese allerdings nicht um den jungen kümmert, reißt er von seinem neuen zuhause aus und landet bei einer bande von straßenkindern, die sich mit rosen verkaufen und kleinen diebstählen am leben erhält. adel ist währenddessen immer wieder mit der polizei verstrickt um verdeckt zu ermitteln, doch wird dann selbst vom alten drogenboss des viertels an die polizei verraten, wodurch dieser das viertel erneut in seine gewalt bringt. während adels haft kehrt nahed kurz nach hause zurück, letztlich reist sie erneut nach alexandria, wo sie den glücksspieler wiedertrifft. dieser schwört ihr nicht mehr zu spielen, doch opfert sie für koks seinen freunden zur befriedigung derer lust. gezeichnet von diesem erlebnis wird nahed bauchtänzerin und taucht abermals in die welt des luxus und der maßlosigkeit ein. adel erobert nach seiner freilassung das viertel zurück, doch nachdem dort terroristen einen erbitterten kampf mit der polizei führen, will er nicht zuletzt um nahed vielleicht wiederzusehen, nach alexandria flüchten... auch nahed ist zu diesem zeitpunkt in cairo, wo bei einer reichenparty, auf der sie tanzt, eine razzia durchgeführt wird und auch sie zurück nach alexandria entkommen möchte. ahmed, der junge der beiden, der inzwischen ein kind mit einem der straßenmädchen gezeugt hat, flieht ebenfalls vor der polizei... auf dem bahnhof treffen sich die wege der drei wieder, jedoch ohne einander zu entdecken. adel und nahed sitzen in anderen abteilen, ahmed samt frau und kind auf dem dach des zugs...


eine packende geschichte mit viel brutalität und chancenlosigkeit. alle protagonisten sehen sich bei ihrem kampf ums tägliche brot ständig von widersachern, freunden, fremden und auch der polizei ausgenutzt. auswegslos rennen sie dabei wirr auf dem spielbrett ihres, von allen seiten beschränkten, lebens umher, nahezu unendlich wiederholen sich die fallen und fehltritte. all das wäre nicht ertragbar ohne den von khaled youssef grandios eingesetzten ägyptischen humor, der auch in auswegslosen situationen für eine gewisse erleichterung und befreiung sorgt. oft durch schnelle konversationen (und somit nur kurz eingeblendete, lange französische untertitel) verstärkt, gingen so einige gags an mir vorbei, die ich nur durch die reaktionen der arabischen zuseher erkennen konnte...
in der obigen zusammenfassung nicht erwähnt, spielt auch adels mutter bzw. ihre hoffnung eine große rolle, dass ihr anderer sohn, reha, reich aus dem irak zurückkommen würde, einzig diese hoffnung lässt sie die tägliche pein ertragen.
leider machte die gesamte story einige special effects notwendig, wie zB das sprengen von gebäuden, zahlreiche andere explosionen und einen kampf auf dem zugdach, die einen durch ihre minimalistische umsetzung wie schon bei heda fawda an einen film der 70er jahre erinnern lassen. erfreulich war jedoch der gastauftritt von khaled saleh (the yacoubian building, heda fawda), der den verlorenen sohn reha in den träumen seiner mutter spielt.
mit anspruch auf unvollständigkeit muss ich nun aus matratzenhorchdienstlichen gründen den bericht beenden, morgen geht's zur letzten etappe - dokkan shehata - so long guys!

heen maysara (till better days) 2007
heen maysara spielt in den slums von cairo und behandelt die geschichte von adel und nahed und ihr zusammenleben mit hunderten anderen, vom leben der aufstrebenden mittelschicht ausgeschlossenen, bewohnern der cairoer armenviertel...
schon zu beginn wird adel von der polizei festgenommen und zu 6 monaten zwangarbeit verurteilt, dabei wollte er nahed nur vor einem vergewaltiger beschützen. als nahed ein kind auf die welt bringt, fühlt sich adel dem allerdings nicht gewachsen und verstößt sie. während nahed das kind aussetzt und nach alexandria flüchtet, versucht sich adel im drogenverkauf, wo er zuerst kläglich scheitert, doch danach mit hilfe seiner freunde und nachbarn den lokalen drogenboss zu fall bringt und das viertel übernimmt. nahed wird von einer alten dame aufgenommen, der sohn der beiden von einem reichen ehepaar adoptiert. als die alte dame stirbt sucht nahed eine frau auf, die ihr auf der reise nach alexandria die zugkarte bezahlt hat. plötzlich findet sie sich in der glamourösen welt einer reichen elite wieder, die exzessive parties feiert, begleitet von einem lasziven lebensstil. dort lernt sie einen mann kennen, der sie bei sich aufnimmt, doch wegen glückspiels inhaftiert wird.
als die adoptivmutter des kindes von adel und nahed selbst schwanger wird, überredet sie ihr mann den jungen zu einer bekannten/verwandten nach cairo abzuschieben. da sich diese allerdings nicht um den jungen kümmert, reißt er von seinem neuen zuhause aus und landet bei einer bande von straßenkindern, die sich mit rosen verkaufen und kleinen diebstählen am leben erhält. adel ist währenddessen immer wieder mit der polizei verstrickt um verdeckt zu ermitteln, doch wird dann selbst vom alten drogenboss des viertels an die polizei verraten, wodurch dieser das viertel erneut in seine gewalt bringt. während adels haft kehrt nahed kurz nach hause zurück, letztlich reist sie erneut nach alexandria, wo sie den glücksspieler wiedertrifft. dieser schwört ihr nicht mehr zu spielen, doch opfert sie für koks seinen freunden zur befriedigung derer lust. gezeichnet von diesem erlebnis wird nahed bauchtänzerin und taucht abermals in die welt des luxus und der maßlosigkeit ein. adel erobert nach seiner freilassung das viertel zurück, doch nachdem dort terroristen einen erbitterten kampf mit der polizei führen, will er nicht zuletzt um nahed vielleicht wiederzusehen, nach alexandria flüchten... auch nahed ist zu diesem zeitpunkt in cairo, wo bei einer reichenparty, auf der sie tanzt, eine razzia durchgeführt wird und auch sie zurück nach alexandria entkommen möchte. ahmed, der junge der beiden, der inzwischen ein kind mit einem der straßenmädchen gezeugt hat, flieht ebenfalls vor der polizei... auf dem bahnhof treffen sich die wege der drei wieder, jedoch ohne einander zu entdecken. adel und nahed sitzen in anderen abteilen, ahmed samt frau und kind auf dem dach des zugs...


eine packende geschichte mit viel brutalität und chancenlosigkeit. alle protagonisten sehen sich bei ihrem kampf ums tägliche brot ständig von widersachern, freunden, fremden und auch der polizei ausgenutzt. auswegslos rennen sie dabei wirr auf dem spielbrett ihres, von allen seiten beschränkten, lebens umher, nahezu unendlich wiederholen sich die fallen und fehltritte. all das wäre nicht ertragbar ohne den von khaled youssef grandios eingesetzten ägyptischen humor, der auch in auswegslosen situationen für eine gewisse erleichterung und befreiung sorgt. oft durch schnelle konversationen (und somit nur kurz eingeblendete, lange französische untertitel) verstärkt, gingen so einige gags an mir vorbei, die ich nur durch die reaktionen der arabischen zuseher erkennen konnte...
in der obigen zusammenfassung nicht erwähnt, spielt auch adels mutter bzw. ihre hoffnung eine große rolle, dass ihr anderer sohn, reha, reich aus dem irak zurückkommen würde, einzig diese hoffnung lässt sie die tägliche pein ertragen.
leider machte die gesamte story einige special effects notwendig, wie zB das sprengen von gebäuden, zahlreiche andere explosionen und einen kampf auf dem zugdach, die einen durch ihre minimalistische umsetzung wie schon bei heda fawda an einen film der 70er jahre erinnern lassen. erfreulich war jedoch der gastauftritt von khaled saleh (the yacoubian building, heda fawda), der den verlorenen sohn reha in den träumen seiner mutter spielt.
mit anspruch auf unvollständigkeit muss ich nun aus matratzenhorchdienstlichen gründen den bericht beenden, morgen geht's zur letzten etappe - dokkan shehata - so long guys!

al mosafer (the traveller) 2009
zu beginn muss ich gleich festhalten, dass es mir sehr schwer gefallen ist, diesen film zusammenzufassen bzw. eine interpretation dazu zu schreiben… die teils skurrilen und schwer in kurzen worten zusammenfassbaren szenen ergeben einen sehr eindrucksvollen film, machen es aber nahezu unmöglich, ohne den film gesehen zu haben, sein wahres wesen zu erfassen… nun gut, anbei der versuch ;-]
zum Inhalt:
al mosafer beginnt mit den worten des erzählers „in meinem leben ist nicht viel passiert, außer an drei tagen“… und um die ergeignisse dieser drei tage baut sich im folgenden die handlung auf...
der erste tag/teil spielt in port said bzw. auf einem kreuzfahrtschiff im jahre 1948, zur zeit der englischen besatzung… hassan, der gerade seinen dienst beim örtlichen postamt angetreten hat, soll ein telegramm der schönen noura an ihren zukünftigen ehemann, herrn fuad, zustellen. da er diesen nicht anfindet und selbst interesse hat noura kennenzulernen, schleicht er sich auf das kreuzfahrtschiff, auf dem sich noura befindet und gibt sich als herr fuad aus. da noura herrn fuad nur flüchtig kennt, durchschaut sie seinen schwindel nicht, woraufhin er sie an deck nahezu vergewaltigt. als der echte fuad auftaucht bricht die kommunikation zwischen hassan und der sichtlich verwirrten noura ab.
ein schnitt wechselt zum zweiten entscheidenden tag hassans, im jahre 1973… hassan trifft nadia, die tochter von nura. aufgrund eines fotos, dass 1948 auf dem kreuzfahrtschiff aufgenommen wurde, kennt sie hassan und berichtet ihm von der unglaublichen ähnlichkeit zwischen ihrem, am vortag ertrunkenen, zwillingsbruder ali und hassan. auch nadia ist noura wie aus dem gesicht geschnitten und hassan ist sich sicher, der vater der beiden zwillingskinder zu sein. der bisher noch recht schlüssige plot beginnt ab diesem zeitpunkt skurriler und undurchsichtiger zu werden. ein guter, allerdings geistig etwas zurückgebliebener, freund alis berichtet über dessen tod und dass ali ihm kurz zuvor seine schwester (nadia) versprochen habe. hassan vermählt die beiden daraufhin und es folgt eine komische mischung aus hochzeit und beerdigung. wieder leitet uns ein schnitt zum nächsten, nunmehr letzten, entscheidenden tag in hassans leben – diesmal im jahre 2001.
der mittlerweile altgewordene hassan (nun gespielt von omar sharif!) trifft in cairo auf seinen enkelsohn ali, den sohn von nadia. gemeinsam besuchen sie einen hahnenkampf, bei dem es zu einer schlägerei kommt, woraufhin ali ins krankenhaus muss. dort wird seine nase untersucht, die verblüffend der nase von herrn fuad ähnelt. dem alten hassan kommen nun zweifel an seiner tatsächlichen vaterschaft und er stimmt einer nasenoperation alis zu, wahrscheinlich um zumindest den äußeren schein zu wahren. kurz vor der operation entführt er ali aber aus dem krankenhaus.
der film endet nachdem hassan auf einer zugbrücke einem zug entgegen geht und im letzten moment in den nil springt – eine alte mutprobe, die schon zuvor im film immer wieder thematisiert wurde.


ein essentielles element im gesamten film sind die vielen wiederkehrenden dinge.
hassans wunsch war es immer feuerwehrmann zu werden, ali, sein enkel, wird feuerwehrmann. noura und nadia werden von derselben darstellerin gespielt um ihre ähnlichkeit zu unterstreichen.
1948 verursacht hassan auf dem kreuzfahrtschiff einen brand, bei der hochzeit/beerdigung 1973 wird von einem arbeiter wiederum versehentlich ein brand entfacht und zu guter letzt löst hassan 2001 einen feueralarm aus um ali aus dem krankenhaus zu holen.
auch die bereits erwähnte mutprobe, so lange wie möglich auf einen zug zuzugehen und dann ins wasser zu springen, die den schluss bildet, bezieht sich auf die ständig thematisierte eigenschaft sich dem tod zu stellen und gefährliche mutproben zu absolvieren…
ein gelungener film, den man vielleicht ein zweites oder drittes mal ansehen sollte um wirklich alle miteinander verstrickten elemente zu erkennen und zu verstehen… wer sich grundsätzlich auf einfache hollywood produktionen spezialisert hat, sollte diesen film allerdings vielleicht auslassen! die schauspielerische leistung des damals bereits 77jährigen omar sharif ist jedenfalls umwerfend!!!
heute werde ich till better days besuchen, ein weiterer film von khaled youssef – so stay tuned my egyptian film lovers ;-] des weiteren möchte ich euch in den nächsten tagen auch von der podiumsdiskussion berichten, die gestern auf der tu graz stattgefunden hat!
Sonntag, 29. Januar 2012
seit gestern findet in graz die filmreihe „behind the revolution“ statt, bei der insgesamt vier ägyptische filme gezeigt werden. die filme sind vor der revolution entstanden und sollen einen einblick in die zeit davor geben bzw. die revolutionären strömungen zeigen, die sich schon seit einigen jahren durch die bevölkerung gezogen haben. ich möchte alle filme besuchen und euch hier darüber berichten!
bevor ich euch allerdings den ersten film präsentiere, noch eine kleine anekdote über organisation und riesenkinotempel…
der eintritt zu den filmen ist gratis, wahrscheinlich durch das sponsoring von egyptair, dem ägyptischen tourismusverband sowie die kooperation mit der stadt graz und dem land steiermark (filmförderung)… als location wurde, sehr zu meiner freude, das rechbauerkino auserkoren, welches einen schönen und vor allem gemütlichen rahmen für derartige veranstaltungen bietet. leider war den veranstaltern für die eröffnung das rechbauerkino dann doch zu klein und so wurde der gestrige film samt eröffnungszeremonie ins cineplexx graz verlegt, deren mitarbeiterin mich gestern mittag geschockt hat, als sie mir am telefon mitteilte, dass die eröffnungsveranstaltung „ausverkauft“ sei und man auch keine karten hätte reservieren können – interessant!
es folgten zwei stunden des zitterns, dann erst würde ich im rechbauerkino jemanden erreichen und zumindest für die anderen filme noch karten reservieren können, falls dies überhaupt möglich war. ich begann bereits zu recherchieren, wie ich denn sonst an die filme kommen könnte.
um 15h30 kam dann die erlösung. im rechbauerkino waren noch für alle filme karten vorrätig und auch eine reservierung war „selbst verständlich“ möglich. als ich erwähnte, dass die eröffnung im cineplexx ausverkauft sei, erzählte mir der kinomitarbeiter, er habe gerade mit einer dame telefoniert, der vom cineplexx mitgeteilt wurde, die veranstaltung sei ohnehin eine geschlossene veranstaltung! dass der saal mit 250 plätzen(!) tatsächlich ausverkauft sei und es sich um eine geschlossene veranstaltung handeln sollte, schien meinem gesprächspartner als nicht logisch und er empfahl mir einfach hinzugehen und zu probieren karten zu bekommen. TAUSEND DANK!!! denn ohne diese einschätzung wäre ich wahrscheinlich zu hause geblieben!
als ich mit einer freundin um 19h30 im cineplexx auftauche, entdecken wir neben zahlreichen arabischstämmigen menschen sofort einen eigenen infostand für die filmreihe und wir erhalten innerhalb von einer minute zwei karten für die achte reihe. kein wort von ausverkauft oder geschlossener gesellschaft, sondern freude, dass auch österreicherInnen gekommen sind, um den film zu sehen.
heda fawda (chaos) 2007

zum inhalt:
in shoubra, einem viertel von cairo, kontrolliert der polizist hatem sämtliche bewohnerInnen, unterdrückt sie mit eiserner hand und lässt sich schmieren wo es nur geht - jeder in shoubra hat angst vor ihm und unterwirft sich. hatem ist in seine nachbarin, die junge, hübsche nour verliebt, beobachtet sie heimlich und hält sie immer wieder auf der straße auf, um ihr seine liebe zu gestehen und sie zu einer heirat zu überreden. abgestoßen von seinem aufdringlichen verhalten beginnt nour sich, gemeinsam mit ihrer mutter, gegen den korrupten polizisten zur wehr zu setzen.
doch hatem ist nicht das einzige problem mit dem nour konfrontiert ist. sie arbeitet als lehrerin in einer schule und ist in sherif, den sohn der direktorin, verliebt. dieser wiederum ist bezirksstaatsanwalt in shoubra und vielleicht der einzige der nicht bestechlich und korrupt ist. leider ist sherif in ein anderes mädchen verliebt und es braucht viel zeit, ihn von ihrer liebe zu überzeugen, was ihr nicht zuletzt durch sherif’s mutter, der direktorin, gelingt. durch seine position ist es sherif möglich dem ständigen nachstellen hatems ein ende zu machen. dieser allerdings, gedemütigt und blind vor wut und lust, entführt und vergewaltigt nour. gedeckt durch seinen revierinspektor verleugnet er die tat und es kommt zu einem katzundmausspiel um hatem überführen zu können.



heda fawda wurde 2007 von khaled youssef gedreht und behandelt einige der größten tabuthemen im damaligen ägypten – blühende korruption, fehlende frauenrechte und brachiale polizeigewalt.
wie schon in mahfouz’s romanen ist man mit einem alten, reichen mann konfrontiert, der es als selbstverständlich ansieht, dass er, aufgrund seines ansehens und geldes, die macht besitzt jedes mädchen ehelichen zu können. dessen gefühle oder wünsche spielen hierbei selbstverständlich keine rolle.
im laufe des gesamten films wird die korruption unter den polizisten thematisiert und mitunter belustigend dargestellt. zB will ein imbissbudenbesitzer von hatem endlich einmal bezahlt werden und dieser gibt ihm bereitwillig 50 pfund, um ihm nur eine minute später wiederum 100 pfund als schutzgeld abzunehmen. die korruption sowie die „dienste unter freunden“ werden dann auch sherif und nour zum verhängnis, als sich hatem durch seinen vorgesetzten decken lässt und sherif somit jegliche möglichkeit der verfolgung entzieht. hatem lässt zeugen verschwinden und wähnt sich in sicherheit.
internierte demonstranten werden in geheimen zellen versteckt, im folterkeller der polizeistation herrscht nur ein gesetz, das lex hatem.
gegen ende mobilisiert nours mutter innerhalb weniger minuten einen aufgebrachten mob in ihrer nachbarschaft, der gemeinsam mit ihr die polizeistation stürmt. was in diesem fall die sympathien der zuseherInnen weckt ist allerdings ein mehr als gefährliches spiel. allzu oft wurden in ägypten schon lynchmorde von einem aufgehetzten mob verübt, besonders bei konfessionellen auseinandersetzungen zwischen kopten und moslems.
doch als dann ein zeuge gefunden wird, triumphiert in heda fawda schlussendlich dennoch die justiz und gerechtigkeit und hatem wird verhaftet, richtet sich allerdings selbst.
die optik des films, farbe und filmmaterial, sowie die musikalische untermalung diverser szenen, erinnert an filme, wie sie im westen und vornehmlich in hollywood vor 30-40 jahren gedreht wurden. geschickt wird mit orchestermusik die stimmung zu den einzelnen szenen verstärkt und bestimmte besonderheiten, wie zum beispiel die beziehung zwischen sherif und seiner mutter, herausgestrichen. ohne vorkenntnisse über die ägyptische bzw. arabische kultur mag einem vieles kitschig oder vielmehr gekünstelt vorkommen. nichtsdestotrotz handelt es sich um einen äußerst gelungenen film, der mich auch durch seine, für den arabischen raum, teils sehr freizügigen einstellungen überrascht hat.
khaled saleh, der schon in the yacoubian building perfekt einen korrupten politiker mimte, verleiht dem polizsten hatem in heda fawda eine außergewöhnliche aura von macht und verzweiflung im selben moment und lässt die zuseherInnen bis zu einem gewissen punkt auch sympathien für hatem gewinnen. geboren und aufgewachsen in einem korrupten system ist es für einen einzelnen menschen schwer sich vom herrschenden system zu emanzipieren und sich auf die richtige seite zu stellen.
heute wird im rechbauerkino um 19h30 al mosafer (the traveller) mit omar sharif gezeigt und zuvor geht's noch zu einer podiumsdiskussion auf die tu graz (ägypten, ein jahr danach)!
mehr dazu morgen - stay tuned!
bevor ich euch allerdings den ersten film präsentiere, noch eine kleine anekdote über organisation und riesenkinotempel…
der eintritt zu den filmen ist gratis, wahrscheinlich durch das sponsoring von egyptair, dem ägyptischen tourismusverband sowie die kooperation mit der stadt graz und dem land steiermark (filmförderung)… als location wurde, sehr zu meiner freude, das rechbauerkino auserkoren, welches einen schönen und vor allem gemütlichen rahmen für derartige veranstaltungen bietet. leider war den veranstaltern für die eröffnung das rechbauerkino dann doch zu klein und so wurde der gestrige film samt eröffnungszeremonie ins cineplexx graz verlegt, deren mitarbeiterin mich gestern mittag geschockt hat, als sie mir am telefon mitteilte, dass die eröffnungsveranstaltung „ausverkauft“ sei und man auch keine karten hätte reservieren können – interessant!
es folgten zwei stunden des zitterns, dann erst würde ich im rechbauerkino jemanden erreichen und zumindest für die anderen filme noch karten reservieren können, falls dies überhaupt möglich war. ich begann bereits zu recherchieren, wie ich denn sonst an die filme kommen könnte.
um 15h30 kam dann die erlösung. im rechbauerkino waren noch für alle filme karten vorrätig und auch eine reservierung war „selbst verständlich“ möglich. als ich erwähnte, dass die eröffnung im cineplexx ausverkauft sei, erzählte mir der kinomitarbeiter, er habe gerade mit einer dame telefoniert, der vom cineplexx mitgeteilt wurde, die veranstaltung sei ohnehin eine geschlossene veranstaltung! dass der saal mit 250 plätzen(!) tatsächlich ausverkauft sei und es sich um eine geschlossene veranstaltung handeln sollte, schien meinem gesprächspartner als nicht logisch und er empfahl mir einfach hinzugehen und zu probieren karten zu bekommen. TAUSEND DANK!!! denn ohne diese einschätzung wäre ich wahrscheinlich zu hause geblieben!
als ich mit einer freundin um 19h30 im cineplexx auftauche, entdecken wir neben zahlreichen arabischstämmigen menschen sofort einen eigenen infostand für die filmreihe und wir erhalten innerhalb von einer minute zwei karten für die achte reihe. kein wort von ausverkauft oder geschlossener gesellschaft, sondern freude, dass auch österreicherInnen gekommen sind, um den film zu sehen.
heda fawda (chaos) 2007

zum inhalt:
in shoubra, einem viertel von cairo, kontrolliert der polizist hatem sämtliche bewohnerInnen, unterdrückt sie mit eiserner hand und lässt sich schmieren wo es nur geht - jeder in shoubra hat angst vor ihm und unterwirft sich. hatem ist in seine nachbarin, die junge, hübsche nour verliebt, beobachtet sie heimlich und hält sie immer wieder auf der straße auf, um ihr seine liebe zu gestehen und sie zu einer heirat zu überreden. abgestoßen von seinem aufdringlichen verhalten beginnt nour sich, gemeinsam mit ihrer mutter, gegen den korrupten polizisten zur wehr zu setzen.
doch hatem ist nicht das einzige problem mit dem nour konfrontiert ist. sie arbeitet als lehrerin in einer schule und ist in sherif, den sohn der direktorin, verliebt. dieser wiederum ist bezirksstaatsanwalt in shoubra und vielleicht der einzige der nicht bestechlich und korrupt ist. leider ist sherif in ein anderes mädchen verliebt und es braucht viel zeit, ihn von ihrer liebe zu überzeugen, was ihr nicht zuletzt durch sherif’s mutter, der direktorin, gelingt. durch seine position ist es sherif möglich dem ständigen nachstellen hatems ein ende zu machen. dieser allerdings, gedemütigt und blind vor wut und lust, entführt und vergewaltigt nour. gedeckt durch seinen revierinspektor verleugnet er die tat und es kommt zu einem katzundmausspiel um hatem überführen zu können.



heda fawda wurde 2007 von khaled youssef gedreht und behandelt einige der größten tabuthemen im damaligen ägypten – blühende korruption, fehlende frauenrechte und brachiale polizeigewalt.
wie schon in mahfouz’s romanen ist man mit einem alten, reichen mann konfrontiert, der es als selbstverständlich ansieht, dass er, aufgrund seines ansehens und geldes, die macht besitzt jedes mädchen ehelichen zu können. dessen gefühle oder wünsche spielen hierbei selbstverständlich keine rolle.
im laufe des gesamten films wird die korruption unter den polizisten thematisiert und mitunter belustigend dargestellt. zB will ein imbissbudenbesitzer von hatem endlich einmal bezahlt werden und dieser gibt ihm bereitwillig 50 pfund, um ihm nur eine minute später wiederum 100 pfund als schutzgeld abzunehmen. die korruption sowie die „dienste unter freunden“ werden dann auch sherif und nour zum verhängnis, als sich hatem durch seinen vorgesetzten decken lässt und sherif somit jegliche möglichkeit der verfolgung entzieht. hatem lässt zeugen verschwinden und wähnt sich in sicherheit.
internierte demonstranten werden in geheimen zellen versteckt, im folterkeller der polizeistation herrscht nur ein gesetz, das lex hatem.
gegen ende mobilisiert nours mutter innerhalb weniger minuten einen aufgebrachten mob in ihrer nachbarschaft, der gemeinsam mit ihr die polizeistation stürmt. was in diesem fall die sympathien der zuseherInnen weckt ist allerdings ein mehr als gefährliches spiel. allzu oft wurden in ägypten schon lynchmorde von einem aufgehetzten mob verübt, besonders bei konfessionellen auseinandersetzungen zwischen kopten und moslems.
doch als dann ein zeuge gefunden wird, triumphiert in heda fawda schlussendlich dennoch die justiz und gerechtigkeit und hatem wird verhaftet, richtet sich allerdings selbst.
die optik des films, farbe und filmmaterial, sowie die musikalische untermalung diverser szenen, erinnert an filme, wie sie im westen und vornehmlich in hollywood vor 30-40 jahren gedreht wurden. geschickt wird mit orchestermusik die stimmung zu den einzelnen szenen verstärkt und bestimmte besonderheiten, wie zum beispiel die beziehung zwischen sherif und seiner mutter, herausgestrichen. ohne vorkenntnisse über die ägyptische bzw. arabische kultur mag einem vieles kitschig oder vielmehr gekünstelt vorkommen. nichtsdestotrotz handelt es sich um einen äußerst gelungenen film, der mich auch durch seine, für den arabischen raum, teils sehr freizügigen einstellungen überrascht hat.
khaled saleh, der schon in the yacoubian building perfekt einen korrupten politiker mimte, verleiht dem polizsten hatem in heda fawda eine außergewöhnliche aura von macht und verzweiflung im selben moment und lässt die zuseherInnen bis zu einem gewissen punkt auch sympathien für hatem gewinnen. geboren und aufgewachsen in einem korrupten system ist es für einen einzelnen menschen schwer sich vom herrschenden system zu emanzipieren und sich auf die richtige seite zu stellen.
heute wird im rechbauerkino um 19h30 al mosafer (the traveller) mit omar sharif gezeigt und zuvor geht's noch zu einer podiumsdiskussion auf die tu graz (ägypten, ein jahr danach)!
mehr dazu morgen - stay tuned!
Sonntag, 1. Januar 2012
RUBBER
Ladies, gentlemen, the film you are about to see today is an homage to the "no reason" - that most powerful element of style.so endet die einleitung von lieutenant chad im heute präsentierten film “rubber”. buch und regie quentin dupieux, wohl besser bekannt als dj namens mr. oizo (monsieur oiseau = herr vogel). ich denke, ihr könnt euch noch an den kleinen, ravenden plüschkerl namens flat eric erinnern, der durch mr. oizos videos turnt, aber mehr dazu später... zurück zum eigentlichen thema "rubber":
robert, ein alter, in der wüste liegengelassener, herrenloser reifen, wird lebendig und macht sich auf eine mörderische reise durch die kalifornische wüste… mit jedem meter den er durch die staubige prärie rollt, lernt er seine telepathischen kräfte, mit denen er alles und jeden zerstören kann, besser kennen und seine spur durch die wüste wird blutiger und blutiger...
but please, have a look:
trailer from the movie "rubber" by quentin dupieux
manch einer mag sich an “attack of the killer tomatoes!” erinnert fühlen, ich würde sagen ein weiteres, wenn auch viel älteres meisterstück des „no reason”-genres, auch wenn sich dies zum großteil aus fehlender handlung und fehlender erklärung ergibt, und es bild- und effektmäßig zwar ein schlimmes b-movie bleibt, sollte man es aber alle mal gesehen haben!
rubber glänzt vor allem durch seine feine machart, die schnitte und effekte sind stimmig, b-movie-gefühle kommen hier erst gar nicht auf. zum anderen schafft es dupieux, dass man für den kleinen reifen gewisse sympathien entwickelt, während dieser zerstörend durch die gegend rollt.
eine interessante zweite ebene zur eigentlichen handlung stellen die, mit ferngläsern ausgerüsteten, zuschauerInnen dar, welche sich die einzelnen filmszenen über mehrere tage hinweg, quasi live, ansehen. immer wieder werden die einzelnen personen, ihre beobachtungen und unterhaltungen in den ablauf des films eingebunden und der voyeurismus der gesellschaft, sowie die lenkbarkeit der selben, geschickt zur schau gestellt. so lange es menschen gibt die sich irgendetwas anschauen, solange wird auch irgendetwas gezeigt werden...
im laufe des films werden zahlreiche brüche inszeniert, die einen von den ohnehin schon skurrilen geschehnissen rund um robert mehrfach zurück auf die oben genannte, zweite, nicht weniger verrückte ebene ziehen. so wird etwa das gesamte schauspiel enttarnt und ins lächerliche gezogen, zur simplen und dummen unterhaltung für zahlungswillige idioten degradiert, reality-shows und hollywood's samesamebutnotdifferentmaschinerie lassen grüssen...
zweifelslos ein gelungener streifen!! wirklich großartige kameraeinstellungen, spektakuläre farbkompositionen und ein happy, electro soundtrack von gaspard augé und mr. oizo persönlich - wie auch anders? - runden das ganze entsprechend funky ab...
hier noch eine hörprobe aus dem soundtrack bzw. der augé/oizo EP rubber
polocaust - mr. oizo & gaspard augé rubber EP
klingt ein wenig nach den 80er synthiesounds von ennio morricone, der film hat aber noch mehr ohrenumströmendes zu bieten und die story ist defintiv zu krass um verpasst werden zu können! als einziges manko des films würde ich seine länge oder besser gesagt seine kürze nennen, da nach knapp 80 minuten der spass leider schon wieder vorbei ist, aber alles in allem eine gelungene hommage an no-reason, lieutenant chad, weiter so!
um nun nochmals, auf mr. oizo oder genauer gesagt flat eric zurück zu kommen - durch "flat beat" an weltruhm gelangt, hier der wohl rockendste einblick in flat flauschy eric's leben als popstar - m-seq by mr. oizo...
enjoy!
mr.oizo - m-seq
wie ich, werden sich viele andere auch gefragt haben, was denn eigentlich aus flat eric geworden ist. bei meinen recherchen bin ich auf diese bestürzende bilderserie gestoßen, die den traurigen fall eines einstigen stars wohl exklusiv dokumentiert.
great work by pickleddingo!
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