Sonntag, 1. Januar 2012

RUBBER

Ladies, gentlemen, the film you are about to see today is an homage to the "no reason" - that most powerful element of style.
so endet die einleitung von lieutenant chad im heute präsentierten film “rubber”. buch und regie quentin dupieux, wohl besser bekannt als dj namens mr. oizo (monsieur oiseau = herr vogel). ich denke, ihr könnt euch noch an den kleinen, ravenden plüschkerl namens flat eric erinnern, der durch mr. oizos videos turnt, aber mehr dazu später... zurück zum eigentlichen thema "rubber":

robert, ein alter, in der wüste liegengelassener, herrenloser reifen, wird lebendig und macht sich auf eine mörderische reise durch die kalifornische wüste… mit jedem meter den er durch die staubige prärie rollt, lernt er seine telepathischen kräfte, mit denen er alles und jeden zerstören kann, besser kennen und seine spur durch die wüste wird blutiger und blutiger...
but please, have a look:


trailer from the movie "rubber" by quentin dupieux

manch einer mag sich an “attack of the killer tomatoes!” erinnert fühlen, ich würde sagen ein weiteres, wenn auch viel älteres meisterstück des „no reason”-genres, auch wenn sich dies zum großteil aus fehlender handlung und fehlender erklärung ergibt, und es bild- und effektmäßig zwar ein schlimmes b-movie bleibt, sollte man es aber alle mal gesehen haben!

rubber glänzt vor allem durch seine feine machart, die schnitte und effekte sind stimmig, b-movie-gefühle kommen hier erst gar nicht auf. zum anderen schafft es dupieux, dass man für den kleinen reifen gewisse sympathien entwickelt, während dieser zerstörend durch die gegend rollt.
eine interessante zweite ebene zur eigentlichen handlung stellen die, mit ferngläsern ausgerüsteten, zuschauerInnen dar, welche sich die einzelnen filmszenen über mehrere tage hinweg, quasi live, ansehen. immer wieder werden die einzelnen personen, ihre beobachtungen und unterhaltungen in den ablauf des films eingebunden und der voyeurismus der gesellschaft, sowie die lenkbarkeit der selben, geschickt zur schau gestellt. so lange es menschen gibt die sich irgendetwas anschauen, solange wird auch irgendetwas gezeigt werden...

im laufe des films werden zahlreiche brüche inszeniert, die einen von den ohnehin schon skurrilen geschehnissen rund um robert mehrfach zurück auf die oben genannte, zweite, nicht weniger verrückte ebene ziehen. so wird etwa das gesamte schauspiel enttarnt und ins lächerliche gezogen, zur simplen und dummen unterhaltung für zahlungswillige idioten degradiert, reality-shows und hollywood's samesamebutnotdifferentmaschinerie lassen grüssen...

zweifelslos ein gelungener streifen!! wirklich großartige kameraeinstellungen, spektakuläre farbkompositionen und ein happy, electro soundtrack von gaspard augé und mr. oizo persönlich - wie auch anders? - runden das ganze entsprechend funky ab...

hier noch eine hörprobe aus dem soundtrack bzw. der augé/oizo EP rubber


polocaust - mr. oizo & gaspard augé rubber EP

klingt ein wenig nach den 80er synthiesounds von ennio morricone, der film hat aber noch mehr ohrenumströmendes zu bieten und die story ist defintiv zu krass um verpasst werden zu können! als einziges manko des films würde ich seine länge oder besser gesagt seine kürze nennen, da nach knapp 80 minuten der spass leider schon wieder vorbei ist, aber alles in allem eine gelungene hommage an no-reason, lieutenant chad, weiter so!


um nun nochmals, auf mr. oizo oder genauer gesagt flat eric zurück zu kommen - durch "flat beat" an weltruhm gelangt, hier der wohl rockendste einblick in flat flauschy eric's leben als popstar - m-seq by mr. oizo...
enjoy!


mr.oizo - m-seq

wie ich, werden sich viele andere auch gefragt haben, was denn eigentlich aus flat eric geworden ist. bei meinen recherchen bin ich auf diese bestürzende bilderserie gestoßen, die den traurigen fall eines einstigen stars wohl exklusiv dokumentiert.
great work by pickleddingo!

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